Mitten unter uns
Description
Der Künstler Jonas Höschl hat mit „80 Porträts: 73 Männer, 7 Frauen“ ein Buch veröffentlicht, das sich mit der Darstellung rechtsradikaler Personen auseinandersetzt. Die Schwarz-Weiß-Fotografien stammen aus antifaschistischen Recherche-Netzwerken und zeigen Menschen aus dem rechten Milieu – ursprünglich zur Identifizierung gedacht, nun jedoch künstlerisch verfremdet.
Höschl hat nur Bilder verwendet, auf denen die Abgebildeten wussten, dass sie fotografiert wurden. Oft richten sie selbst Kameras auf die Fotografierenden – ein „Loop des gegenseitigen Beobachtens“. Mit seiner Auswahl zeigt Höschl auch, wie männlich geprägt die rechte Szene ist.
Die Gesichter der Porträtierten hat er unkenntlich gemacht. Dadurch verlieren die Bilder ihre ursprüngliche Funktion der Identifikation und werden zu Reflexionsobjekten über Gestik, Kleidung, Symbole und die visuelle Sprache rechter Ideologie. Das Buch erinnert mit seiner Gestaltung an eine rote Polizeiakte – ein Hinweis auf den dokumentarischen Ursprung der Bilder.
Höschl versteht sein Werk als kritische Auseinandersetzung mit der Autorität der Fotografie. Er stellt Fragen nach Objektivität und Selektivität im Dokumentarischen und betont, dass seine Arbeit nicht die Personen, sondern die Kontexte und Strukturen rechter Ideologien sichtbar machen soll.
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Der Künstler Jonas Höschl hat mit „80 Porträts: 73 Männer, 7 Frauen“ ein Buch veröffentlicht, das sich mit der Darstellung rechtsradikaler Personen auseinandersetzt. Die Schwarz-Weiß-Fotografien stammen aus antifaschistischen Recherche-Netzwerken und zeigen Menschen aus dem rechten Milieu – ursprünglich zur Identifizierung gedacht, nun jedoch künstlerisch verfremdet.
Höschl hat nur Bilder verwendet, auf denen die Abgebildeten wussten, dass sie fotografiert wurden. Oft richten sie selbst Kameras auf die Fotografierenden – ein „Loop des gegenseitigen Beobachtens“. Mit seiner Auswahl zeigt Höschl auch, wie männlich geprägt die rechte Szene ist.
Die Gesichter der Porträtierten hat er unkenntlich gemacht. Dadurch verlieren die Bilder ihre ursprüngliche Funktion der Identifikation und werden zu Reflexionsobjekten über Gestik, Kleidung, Symbole und die visuelle Sprache rechter Ideologie. Das Buch erinnert mit seiner Gestaltung an eine rote Polizeiakte – ein Hinweis auf den dokumentarischen Ursprung der Bilder.
Höschl versteht sein Werk als kritische Auseinandersetzung mit der Autorität der Fotografie. Er stellt Fragen nach Objektivität und Selektivität im Dokumentarischen und betont, dass seine Arbeit nicht die Personen, sondern die Kontexte und Strukturen rechter Ideologien sichtbar machen soll.

